Avodah Zarah 150

Kapitel 150

א דצבתא לנגבן דכיתנא מישנן ואי אית בהו קיטרי שרי להו
1 sind sie aus Bast, so reibe man sie ab, und sind sie aus Leinen, so lasse man sie unbenutzt liegen; haben sie Knoten, so löse man sie auf.
ב איתמר עם הארץ שהושיט ידו לגת ונגע באשכולות רבי ורבי חייא חד אמר אשכול וכל סביבותיו טמאין וכל הגת כולה טהורה וחד אמר כל הגת כולה נמי טמאה
2 Es wurde gelehrt: Über den Fall, wenn ein Mann aus dem gemeinen Volke seine Hand in eine Kelter gesteckt und die Trauben berührt hat, streiten Rabbi und R. Ḥija; einer sagt, die Traube und ihr Umkreis seien unrein, und die ganze Kelter ist rein, und einer sagt, die ganze Kelter sei unrein. –
ג ולמ"ד אשכול וכל סביבותיו טמאים וכל הגת כולה טהורה מאי שנא מהא דתנן שרץ שנמצא ברחים אינו מטמא אלא מקום מגעו ואם היה משקין מהלך הכל טמא
3 Weshalb ist es nach demjenigen, welcher sagt, die Traube und ihr Umkreis seien unrein und die ganze Kelter sei rein, hierbei anders als bei der folgenden Lehre: Wenn ein Kriechtier in einer Ölmühle gefunden wird, so ist nur die von diesem berührte Stelle unrein, befindet sich da aber eine laufende Flüssigkeit, so ist alles unrein!? –
ד התם לא מפסק ולא מידי הכא מפסקי אשכולות
4 In diesem Falle sind sie durch nichts getrennt, in jenem Falle aber sind die Trauben getrennt.
ה אורו ליה רבנן לר' ירמיה ואמרי לה לבריה דרבי ירמיה כדברי האומר אשכול וכל סביבותיו טמאין וכל הגת כולה טהורה:
5 Die Rabbanan lehrten R. Jirmeja, manche sagen, den Sohn R. Jirmejas, nach der Ansicht desjenigen, welcher sagt, die Traube und ihr Umkreis seien unrein und die ganze Kelter sei rein.
ו <big><strong>מתני׳</strong></big> הלוקח כלי תשמיש מן העובדי כוכבים את שדרכו להטביל יטביל להגעיל יגעיל ללבן באור ילבן באור השפוד והאסכלא מלבנן באור הסכין שפה והיא טהורה:
6 <b>W</b><small>ER</small> G<small>EBRAUCHSGERÄTE</small> <small>VON</small> N<small>ICHTJUDEN KAUFT</small>, <small>MUSS SIE</small>, <small>WENN MAN SIE KALT ABZUSPÜLEN PFLEGT</small>, <small>ABSPÜLEN</small>, <small>AUSZUBRÜHEN PFLEGT</small>, <small>AUSBRÜHEN</small>, <small>UND WENN MAN SIE IM</small> F<small>EUER AUSZUBRENNEN PFLEGT</small>, <small>IM</small> F<small>EUER AUSBRENNEN</small>. E<small>INEN</small> B<small>RATSPIESS UND EINEN</small> R<small>OST BRENNE MAN IM</small> F<small>EUER AUS</small>, <small>EIN</small> M<small>ESSER SCHLEIFE MAN</small>, <small>UND ES IST REIN</small>.
ז <big><strong>גמ׳</strong></big> תנא וכולן צריכין טבילה בארבעים סאה מנהני מילי אמר רבא דאמר קרא (במדבר לא, כג) כל דבר אשר יבא באש תעבירו באש וטהר הוסיף לך הכתוב טהרה אחרת
7 GEMARA. Es wird gelehrt: Alle benötigen sie noch außerdem eines Tauchbades von vierzig Sea͑. – Woher dies? Raba erwiderte: Die Schrift sagt: <i>und alles, was das Feuer verträgt, sollt ihr durch das Feuer gehen lassen, und es soll rein sein</i>; die Schrift hat noch eine andere Reinigung hinzugefügt.
ח תני בר קפרא מתוך שנאמר (במדבר לא, כג) במי נדה שומע אני שצריך הזאה שלישי ושביעי ת"ל אך חלק
8 Bar Qappara lehrte: Aus den Worten <i>mit Reinigungswasser</i> könnte man schließen, daß sie des Besprengens am dritten und am siebenten [Tage] benötigen, so heißt es <i>nur</i>, und dies ist ausschließend.
ט א"כ מה ת"ל במי נדה מים שנדה טובלת בהן הוי אומר ארבעים סאה
9 Worauf deuten nun [die Worte] <i>in Reinigungswasser</i>? – Wasser, in dem eine Menstruierende untertauchen muß, also vierzig Sea͑.
י איצטריך למיכתב וטהר ואיצטריך למיכתב במי נדה אי כתב וטהר ה"א וטהר כל דהו כתב רחמנא במי נדה
10 Und sowohl [die Worte] <i>in Reinigungswasser</i> als auch [die Worte] <i>und es soll rein sein</i> sind nötig. Würde es nur geheißen haben: <i>und es soll rein sein</i>, so könnte man glauben, sie seien durch jedes Quantum Wassers rein, daher heißt es: <i>in Reinigungswasser</i>.
יא ואי כתב רחמנא במי נדה הוה אמינא הערב שמש כנדה כתב רחמנא וטהר לאלתר
11 Und würde es nur geheißen haben: <i>in Reinigungswasser</i>, so könnte man glauben, auch bei diesem müsse Sonnenuntergang abgewartet werden, wie bei einer Menstruierenden, daher heißt es: <i>und es soll rein sein</i>, sofort.
יב אמר רב נחמן אמר רבה בר אבוה אפי' כלים חדשים במשמע דהא ישנים וליבנן כחדשים דמו ואפילו הכי בעי טבילה מתקיף לה רב ששת אי הכי אפי' זוזא דסרבלא נמי א"ל כלי סעודה אמורין בפרשה
12 R. Naḥman sagte im Namen des Rabba b. Abuha: Auch neue Geräte sind hierbei einbegriffen, denn alte, die man ausgebrannt hat, gleichen ja neuen, dennoch ist bei diesen das Untertauchen erforderlich. R. Šešeth wandte ein: Demnach sollte dies auch von einer Schneiderschere gelten!? Dieser erwiderte: Dieser Abschnitt spricht von Speisegeräten.
יג אמר רב נחמן אמר רבה בר אבוה לא שנו אלא בלקוחין וכמעשה שהיה אבל שאולין לא
13 R. Naḥman sagte [ferner] im Namen des Rabba b. Abuha: Dies gilt nur von gekauften, wie es [ähnlich] dort war, nicht aber von geliehenen.
יד רב יצחק בר יוסף זבן מנא דמרדא מעובד כוכבים סבר להטבילה א"ל ההוא מרבנן ורבי יעקב שמיה לדידי מפרשא לי מיניה דרבי יוחנן כלי מתכות אמורין בפרשה
14 R. Jiçḥaq b. Joseph kaufte einst von einem Nichtjuden ein Gefäß aus Koterde und glaubte es untertauchen zu müssen; da sprach einer von den Jüngern, namens R. Ja͑qob, zu ihm: Mir wurde von R. Joḥanan erklärt, dieser Abschnitt spreche von Metallgeräten.
טו אמר רב אשי הני כלי זכוכית הואיל וכי נשתברו יש להן תקנה ככלי מתכות דמו קוניא פליגי בה רב אחא ורבינא חד אמר כתחלתו וחד אמר כסופו והלכתא כסופו
15 R. Aši sagte: Glasgefäße gleichen, da sie, wenn sie zerbrechen, wieder hergestellt werden können, Metall geraten. Über glasierte Gefäße streiten R. Aḥa und Rabina; einer sagt, man richte sich nach ihrem Ursprunge, und einer sagt, man richte sich nach ihrer Fertigstellung. Die Halakha ist, man richte sich nach ihrer Fertigstellung.
טז איבעיא להו משכנתא מאי אמר מר בר רב אשי אבא משכן ליה עובד כוכבים כסא דכספא ואטבליה ואישתי ביה ולא ידענא אי משום דקסבר משכנתא כזביני דמיא אי משום דחזי לעובד כוכבים דדעתיה לשקועיה:
16 Sie fragten: Wie verhält es sich mit einem Pfand? Mar, Sohn des R. Aši, erwiderte: Bei meinem Vater hatte ein Nichtjude einen silbernen Becher verpfändet, und er tauchte ihn unter und trank aus diesem; ich weiß aber nicht, ob aus dem Grunde, weil er der Ansicht war, die Verpfändung gleiche dem Verkaufe, oder weil er gesehen hatte, daß der Nichtjude ihn verfallen lassen wollte.
יז ת"ר הלוקח כלי תשמיש מן העובדי כוכבים דברים שלא נשתמש בהן מטבילן והן טהורין דברים שנשתמש בהן ע"י צונן כגון כוסות וקתוניות וצלוחיות מדיחן ומטבילן והם טהורין דברים שנשתמש בהן ע"י חמין כגון היורות הקומקמוסון ומחמי חמין מגעילן ומטבילן והן טהורין דברים שנשתמש בהן ע"י האור כגון השפודין והאסכלאות מלבנן ומטבילן והן טהורין
17 Die Rabbanan lehrten: Wenn jemand Gebrauchsgeräte von Nichtjuden kauft, so muß man sie, wenn es Dinge sind, die er noch nicht benutzt hat, untertauchen, und sie sind rein, und wenn es Dinge sind, die er für Kaltes benutzt hat, beispielsweise Becher, Krüge und Flaschen, ausspülen und untertauchen, und sie sind rein, wenn es Dinge sind, die er für Heißes benutzt hat, beispielsweise Kessel, Kasserollen und Wasserkannen, ausbrühen und untertauchen, und sie sind rein, und wenn es Dinge sind, die er am Feuer benutzt hat, beispielsweise Bratspieße und Roste, ausbrennen und untertauchen, und sie sind rein.
יח וכולן שנשתמש בהן עד שלא יטביל ושלא יגעיל ושלא ילבן תני חדא אסור ותניא אידך מותר
18 Hat man sie benutzt, bevor man sie untergetaucht, ausgebrüht oder ausgebrannt hat, so ist es, wie das Eine lehrt, verboten, und wie ein Anderes lehrt, erlaubt.
יט ל"ק הא כמאן דאמר נותן טעם לפגם אסור הא כמאן דאמר נותן טעם לפגם מותר
19 Dennoch besteht diesbezüglich kein Widerspruch; eines nach demjenigen, welcher sagt, wenn die Geschmacksverleihung verschlechternd ist, sei es verboten, und eines nach demjenigen, welcher sagt, wenn die Geschmacksverleihung verschlechternd ist, sei es erlaubt. –
כ ולמאן דאמר נותן טעם לפגם מותר גיעולי עובדי כוכבים דאסר רחמנא היכי משכחת לה
20 In welchem Falle kann nun nach demjenigen, welcher sagt, wenn die Geschmacksverleihung verschlechternd ist, sei es erlaubt, das Verbot der von Nichtjuden benutzten Gefäße stattfinden!?
כא אמר רב חייא בריה דרב הונא לא אסרה תורה אלא קדירה
21 R. Ḥija, Sohn des R. Hona, erwiderte: Die Tora hat nur einen am selben Tage benutzten Topf verboten,